David Gribble : Education for Freedom Respect Children
     
Respect Children

 

The David Gribble Archive : Talks

Lernen freie Kinder genug?

Freiburg, 2006
Seite 5

Education for Freedom : Lernen freie Kinder genug? Ich werde später daraus zitieren, aber zuerst will ich den einzigen Versuch beschreiben, eine wissenschaftliche Forschung über Dartingtoner zu machen. In den 80er Jahren hat man versucht, alle frühere Schüler, die die Schule in 1971, 1972 und 1973 verlassen hatten, zu finden und um ihre gegenwärtige Tätigkeit zu befragen. Von etwas über einem Drittel hat man Nachrichten bekommen. Ihre gegenwärtige Berufe waren:

  • Theater und Popmusik 8
  • Lehrer 7
  • Naturwissenschaft 5
  • Kunst und Handfertigkeiten 4
  • Sozialarbeit 3
  • Arbeit an Universitäten 3
  • Technik 2
  • Journalismus 2
  • Rechtsanwälte 2
  • Betriebsleiter 2
  • Ärzte 2
  • Bauern 1
  • Fluglotse 1
  • Architekt 1
  • Landgutvertreter 1
  • Filmmacher 1
  • Klassische Musik 1
  • Krankenpflegerin 1
  • Pressesprecher 1

Diese Berufe kann man in drei Gruppen zusammenfassen: kreative Aktivitäten, Lehren und Forschen, und Arbeit für andere (sowie Medizin und Sozialarbeit.) Aus 47 Berufe kommen 17 in die erste Kategorie, 15 in die zweite und 6 in die dritte. Wenn man eine solche Liste mit einer Listen von den Berufen von früheren Schüler von meiner eigenen Schule (Eton) vergleicht, darf Dartington meiner Meinung nach stolz sein. Die zweitgrösste Gruppe von früheren Schülern in Eton ist in der Welt der Wirtschaft, und die grösste Gruppe besteht aus Männern in der Armee, der Luftwaffe und der Flotte.

Sudbury Valley hat auch eine ähnliche Forschung versucht, und ein Buch darüber herausgegeben. Das Buch heisst "The Pursuit of Happiness", also "Die Suche nach Glück." Die meisten darin enthaltenen Statistiken sind nicht sehr hilfreich, aber es gibt viele interessante Auszüge von Berichten von früheren Schülern, von denen ich auch etwas zitieren werde.

Es gibt zwei wichtige Unterschiede zwischen Sudbury Valley und Dartington Hall School. Sudbury Valley hat sehr viele Regeln und ein Justizkomitee, das über Regelverletzungen entscheidet und wonötig Strafen erteilt. In Dartington Hall School gab es sehr wenig Regeln und keine Strafen. Aber in Dartington gab es einen ziemlich normalen Stundenplan, wo man die Fächer aussuchen konnte, die man studieren wollte, und in Sudbury Valley ist es absolut grundlegend, dass es keinen Stundenplan gibt, und die Schüler ihre eigenen Anregungen finden müssen. Aus diesem Grund ist es nötig, frühere Schüler beider Schulen zu zitieren.

Ich fange an mit Dartington, weil der Mangel an Regeln und Strafen weniger beunruhigend für Eltern ist als der Mangel an Unterricht.

Der erste und der bekannteste Schüler in dem Buch über Dartington, das ich zusammengestellt habe, war in der Schule von 1929 bis 1933. Er ist schon gestorben, aber in den 80er Jahren hat er folgendes geschrieben:

Was ist die Wirkung von fortschrittlicher Bildung gewesen? Ich kann nur für mich selbst antworten. Für mich ist die Wirkung beträchtlich gewesen, indem sie mich engagiert hat, zu versuchen, die Idee von fortschrittlicher Bildung nach der einfachen Formel zu fördern, die ich in der Schule entwickelt hatte, um Eier zu verkaufen.

Nach dieser Formel hat er unter anderem die Zeitschrift "Which?" gegründet, sowie als auch ACE, the Advisory Centre for Education und the Open University. Er ist als Lord ernannt worden, und hiess danach Lord Young of Dartington.

Dougie Hart, den ich gut kannte, und der auch schon gestorben ist, war auch in der Schule von 1929 bis 1933. Seine Laufbahn war sehr anders. Als ich ihn kannte, machte er allerlei aus Holz an seiner Drehbank. Sein Bericht endet so:

Wir haben alle sehr viel von der Schule gewonnen. Was ich gewann, war ein verdammt guter Kerl zu werden. Nicht alle hatten besonders gute akadamische Qualificationen aber viele überleben ohne Qualificationen, und überleben doch sehr gemütlich. Was Dartington für dich machte, besonders wenn du dort warst vom Anfang bis zum Ende deiner Bildung, war, dass es dir eine Liebe und einen Respekt für die Gemeinschaft gab, für alle, für einander, die Erwachsenen eingeschlossen.

Bridget Thompson, eine Künstlerin, war in der Schule von 1945 bis 1950. Hier findet man die Ängste, die Eltern oft haben, leider klar gerechtfertigt.

Akademisch habe ich in Dartington nicht gediehen. Obwohl ich nicht total faul war, konnte ich leicht nur knapp das Nötigste tun. In dieser Hinsicht hat es Dartington für mich erschwert, eine weitere Bildung zu erlangen, und ich musste viel von dem, das ich in der Schule hätte tun sollen, später in der Abendschule machen müssen. Hinsichtlich Kunst, aber, gab mir Dartington sehr viel, dass ich sonst versäumt hätte, und das ist sehr lohnend und erweiternd für mich gewesen.

12345678 << VorherigeNächste>>